Katzenbesitzer Handbuch für Schmerzmanagement Teil 2: Missverständnisse und Behandlungsmöglichkeiten

1. Februar 2024 Von chrissi Aus

Im zweiten Teil dieser Serie über Schmerzmanagement bei Katzen, widmen wir uns besonders den weit verbreiteten Missverständnissen im Umgang mit Schmerzen bei Katzen. Darüber hinaus geben wir Tipps, wie Sie als Katzenbesitzer aktiv dazu beitragen können, Schmerzen bei Ihrer Katze zu lindern. Denn Sie als Besitzer können die besten Beobachter und Fürsprecher (oder Advo-Katzen) für Ihre Fellnase sein. Je mehr Wissen Sie über Katzenschmerzen und deren Behandlung haben, desto besser können Tierärzte Sie unterstützen.

Häufige Missverständnisse über Katzen im Schmerz

Viele Menschen haben falsche Vorstellungen darüber, wie Schmerzen bei Katzen auftreten und wie sie sich äußern. Dies liegt teilweise daran, dass Katzen Meister darin sind, Schmerzen zu verbergen. Oft sind ihre Körpersprache und Signale sehr subtil und daher schwer zu erkennen.

Missverständnis: Katzen zeigen immer, wenn sie Schmerzen haben.

Tatsächlich tun dies viele Katzen nicht oder nur sehr subtil. Daher ist es wichtig, die individuellen Verhaltensweisen und Gewohnheiten Ihrer Katze gut zu kennen, um Veränderungen frühzeitig zu erkennen.

Missverständnis: Eine schnurrende Katze ist eine glückliche Katze.

Katzen schnurren nicht nur, wenn sie glücklich sind. Sie schnurren auch, wenn sie nervös sind oder Schmerzen haben. Daher sollte man nicht automatisch davon ausgehen, dass eine schnurrende Katze schmerzfrei ist.

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Missverständnis: Weil sie essen, können sie keine Schmerzen haben.

Dies ist ein weit verbreiteter Irrglaube. Katzen fressen oft trotz erheblicher Zahnerkrankungen gut. Daher sollte man niemals davon ausgehen, dass ihre Zahngesundheit in Ordnung ist, nur weil sie fressen. Regelmäßige jährliche Untersuchungen sind unerlässlich, um solche Probleme frühzeitig zu erkennen!

Missverständnis: Schmerzen sind in bestimmten Situationen normal.

Jeder Schmerz sollte untersucht werden, auch wenn Ihre Katze gerade eine größere Operation hinter sich hat. Heutzutage gibt es in der modernen Katzenmedizin viele Behandlungsmöglichkeiten, sodass Katzen nicht unnötig leiden müssen. Tatsächlich zeigt die Forschung, dass Schmerzen die Heilung verzögern können.

Missverständnis: Die Verwendung von vom Tierarzt verschriebenen Opioiden kann Verstopfung oder Opioidabhängigkeit verursachen.

In der klinischen Praxis führen Opioide bei Katzen fast nie zu Verstopfung. Auch eine Opioidabhängigkeit bei Katzen ist nicht bekannt. Daher sollten Sie die verschriebenen Medikamente immer wie angewiesen verwenden.

Missverständnis: Menschliche Schmerzmittel sind für Katzen geeignet.

Dies ist definitiv nicht der Fall. Verwenden Sie immer nur die von Ihrem Tierarzt verschriebenen Medikamente.

Was tun, wenn Sie denken, dass Ihre Katze Schmerzen hat?

Nachdem die möglichen Ursachen für Schmerzen bei Katzen und die damit verbundenen Missverständnisse geklärt sind, stellt sich die Frage: Was tun, wenn Sie Schmerzen bei Ihrer Katze feststellen? Dieser Teil ist entscheidend, denn er ermöglicht es Ihrer Katze, die benötigte Behandlung zu erhalten.

So vereinbaren Sie einen Tierarzttermin für Ihre Katze:

Machen Sie ein Video: Ein Video ist ein großartiges Werkzeug, um das Verhalten Ihrer Katze zu Hause festzuhalten, das oft in der Klinik nicht nachgestellt werden kann.
Danach sollten Sie mit Ihrer Tierarztpraxis sprechen und einen Termin vereinbaren. Tipp: Senden Sie das Video vor dem Termin an die Praxis (entweder per E-Mail oder über einen File-Sharing-Dienst wie Google Drive), damit der Tierarzt es sich vor dem Termin ansehen kann.
Informieren Sie sich im Voraus über das Verhalten Ihrer Katze und welche Tests oder Behandlungen verfügbar sein könnten. Führen Sie eine schriftliche Liste mit Fragen, damit Sie nichts vergessen. Rechnen Sie damit, dass möglicherweise Bluttests und zusätzliche Bildgebungsverfahren wie Röntgenaufnahmen benötigt werden. Manchmal kann dies nicht alles während eines einzigen Termins erledigt werden.
Wenn Sie Bedenken haben und diese nicht angesprochen wurden, ist es in Ordnung, eine zweite Meinung einzuholen!

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Top-Tipps für Schmerzbehandlungen bei Katzen

Abschließend möchten wir einige Tipps aus der Sicht eines Tierarztes teilen, die Ihnen helfen können, Schmerzen bei Ihrer Katze besser zu behandeln. Diese Dinge würden wir als Profis gerne mit Ihnen teilen, haben aber oft nicht genug Zeit dafür während eines Termins.

Viele Katzenmedikamente gibt es sowohl in flüssiger Form als auch als Pille. Entscheiden Sie, welche Form für Ihre Katze einfacher ist. Wenn Sie sich nicht sicher sind, empfehlen wir Pillen, da sie manchmal in das Futter gegeben werden können, was das Verabreichen der Pille erleichtert. Für Katzen, die es hassen, wenn ihr Maul berührt wird, können transdermale Pflaster oder Injektionen bessere Alternativen sein!
Nicht alle Schmerzmittel wirken bei allen Katzen gut. Wenn Ihrer Katze ein Medikament verschrieben wurde und Sie das Gefühl haben, dass es nicht wirkt, zögern Sie nicht, nach einer anderen Option zu fragen. Wenn ein Medikament Erbrechen oder Durchfall verursacht, sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt, um eine andere Option zu finden.

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