Die wichtigsten Impfungen für Katzen – was gehört wirklich dazu?

26. November 2025 Von chrissi Aus
Die wichtigsten Impfungen für Katzen – was gehört wirklich dazu

In Zeiten von Informationsflut und widersprüchlichen Meinungen ist es nicht leicht, den Überblick zu behalten. Gerade beim Thema Impfen kursieren viele Informationen, Halbwahrheiten und persönliche Erfahrungen, die verunsichern können. Dabei ist ein gut geplanter Impfschutz einer der wichtigsten Bausteine für ein langes, gesundes Katzenleben. Richtig eingesetzt, können Impfungen Ihre Katze vor schweren, teils lebensbedrohlichen Erkrankungen bewahren und dafür sorgen, dass sie viele Jahre unbeschwert spielen, jagen und kuscheln kann.

In diesem ausführlichen Ratgeber erfahren Sie, welche Impfungen bei Katzen als Grundschutz gelten, welche zusätzlich sinnvoll sein können und wie ein typischer Impfablauf vom neugierigen Kitten bis zur gelassenen Seniorenkatze aussieht. Außerdem beleuchten wir, wie die Lebensweise Ihrer Katze – Wohnungskatze, Balkonliebhaberin oder abenteuerlustiger Freigänger – die Impfentscheidung beeinflusst und wie Sie gemeinsam mit Ihrem Tierarzt ein Impfschema finden, das zu Ihrem Tier passt.

Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel ersetzt keine tierärztliche Beratung. Impfentscheidungen sollten immer gemeinsam mit einem Tierarzt getroffen werden, der Ihre Katze, ihren Gesundheitszustand und ihre Lebensumstände kennt.

Warum Impfungen für Katzen so wichtig sind

Katzen wirken oft robust, unabhängig und zäh. Viele Erkrankungen zeigen sich erst spät, weil Katzen Meister darin sind, Beschwerden zu verbergen und alltägliche Abläufe so lange wie möglich aufrechtzuerhalten. Infektiöse Krankheiten können jedoch schon lange im Körper Schaden anrichten, bevor ein Halter erste Veränderungen bemerkt. Impfungen setzen genau hier an: Sie bereiten das Immunsystem auf bestimmte Erreger vor, damit der Körper im Ernstfall schnell, gezielt und effektiv reagieren kann, anstatt „kalt erwischt“ zu werden.

Anders als bei uns Menschen bewegen sich viele Katzen in einem sehr variablen Umfeld: Freigang im Viertel, Begegnungen mit Nachbarskatzen, Tierheimaufenthalte, Urlaubsbetreuung, Besuche in Katzenpensionen oder neue Tiere im Haushalt. In all diesen Situationen können Viren und Bakterien übertragen werden – oft unbemerkt und ohne direkten Kontakt, etwa über Näpfe, Hände oder Textilien. Selbst reine Wohnungskatzen sind nicht völlig geschützt, denn Erreger können an Schuhen, Kleidung oder über andere Tiere ins Zuhause gelangen.

Ein durchdachtes Impfkonzept verfolgt daher mehrere Ziele: Es soll die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung senken, die Schwere eines möglichen Krankheitsverlaufs deutlich mindern und in manchen Fällen auch die Verbreitung innerhalb der Katzenpopulation reduzieren. Für den einzelnen Vierbeiner bedeutet das im Idealfall weniger Leid, weniger Stress, weniger riskante Behandlungen und viele unbeschwerte Jahre an Ihrer Seite.

Pflicht, Empfehlung oder verzichtbar? – Der Gedanke hinter „Core“ und „Non-Core“-Impfungen

Um Impfentscheidungen sinnvoll strukturieren zu können, unterscheidet man in der Tiermedizin zwischen sogenannten „Core“-Impfungen und „Non-Core“-Impfungen. Diese Einteilung soll Tierärzten und Haltern helfen, sich im Dschungel der Möglichkeiten besser zurechtzufinden und nicht jede Katze nach dem gleichen Schema zu behandeln.

Core-Impfstoffe sind solche, die für fast jede Katze empfohlen werden, unabhängig davon, ob sie Freigänger oder reine Wohnungskatze ist. Sie richten sich gegen Erkrankungen, die besonders schwer verlaufen, weit verbreitet sind oder ein hohes Ansteckungsrisiko bergen. Bei Katzen zählen dazu in der Regel:

– Katzen-Seuche (Panleukopenie)
– Katzenschnupfen-Komplex (Herpes- und Caliciviren)

Non-Core-Impfstoffe werden dagegen nicht pauschal für jede Katze empfohlen, sondern abhängig von Lebensweise, Umgebung und individuellen Risiken eingesetzt. Dazu gehören zum Beispiel Impfungen gegen Tollwut oder Feline Leukämie (FeLV). Eine reine Wohnungskatze im vierten Stock ohne Kontakt zu Artgenossen hat hier ein anderes Risiko als ein junger, abenteuerlustiger Freigänger, der regelmäßig mit anderen Katzen in Berührung kommt oder in einer Gruppe gehalten wird.

Ein Tierarzt, zum Beispiel ein erfahrener Tierarzt in Hannover, wird bei der Planung des Impfprogramms nicht nur auf standardisierte Empfehlungen schauen, sondern Ihre Katze als Individuum betrachten: Wie alt ist sie? Wo lebt sie? Gibt es andere Tiere im Haushalt? Welche Vorerkrankungen bestehen? Gibt es Stressfaktoren, die das Immunsystem zusätzlich belasten? Auf Basis dieser Informationen entsteht ein Impfschema, das weder „Überversorgung“ noch unnötige Risiken bedeutet, sondern einen sinnvollen, gut begründeten Mittelweg.

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Die wichtigsten Impfungen im Detail

Katzenseuche (Panleukopenie)

Die Katzenseuche wird durch das feline Panleukopenievirus ausgelöst, einen sehr widerstandsfähigen Erreger, der in der Umgebung lange überleben kann und nur schwer zu eliminieren ist. Die Krankheit verläuft häufig dramatisch: schwere, zum Teil blutige Durchfälle, Erbrechen, Fieber, starke Schwäche und ein massiver Abfall der weißen Blutkörperchen sind typisch. Besonders junge Katzen oder ungeimpfte Tiere sind gefährdet; bei ihnen kann die Erkrankung innerhalb kurzer Zeit tödlich enden.

Die Impfung gegen Katzenseuche gehört daher zu den verlässlichsten und wichtigsten Maßnahmen der Grundimmunisierung. Sie schützt nicht nur die einzelne Katze, sondern hilft auch, den Erregerdruck in einer Region insgesamt zu senken – ein großer Vorteil für alle Tiere in der Umgebung, insbesondere dort, wo mehrere Katzen auf engem Raum leben.

Katzenschnupfen-Komplex

Unter „Katzenschnupfen“ versteht man keine harmlose Erkältung, sondern einen ganzen Komplex verschiedener Erreger, vor allem feline Herpes- und Caliciviren. Diese greifen Augen, Atemwege und Schleimhäute an und können schmerzhafte Entzündungen, weiche Gaumengeschwüre, starke Nasen- und Augenausflüsse sowie chronische Beschwerden auslösen. Besonders bei Kitten, alten oder ohnehin geschwächten Tieren kann der Katzenschnupfen sehr schwer und langwierig verlaufen.

Eine Impfung kann zwar nicht in jedem Fall verhindern, dass sich eine Katze ansteckt, sie sorgt aber in der Regel dafür, dass der Verlauf deutlich milder ist und Spätfolgen wie chronische Augenentzündungen oder dauerhafte Atemwegsprobleme seltener auftreten. Gerade in Mehrkatzenhaushalten, Zuchten, Pensionen oder Tierheimen ist der Impfschutz gegen Katzenschnupfen praktisch unverzichtbar.

Tollwut

Die Tollwut ist eine gefürchtete Zoonose, also eine Erkrankung, die von Tieren auf den Menschen übertragbar ist. In vielen Ländern Europas gilt sie in Haus- und Nutztierbeständen als weitgehend getilgt, dennoch spielt die Tollwut vor allem im Zusammenhang mit Reisen, Grenzübertritten und Wildtieren weiterhin eine Rolle. Auch der Kontakt zu Fledermäusen kann ein Risiko darstellen.

Eine Impfung gegen Tollwut ist insbesondere dann wichtig, wenn Ihre Katze Freigänger ist und Kontakt zu Wildtieren haben könnte, wenn Sie mit Ihrer Katze ins Ausland reisen möchten oder in Regionen leben, in denen Tollwut bei Fledermäusen oder Wildtieren noch vorkommt. Außerdem ist die Tollwutimpfung Voraussetzung für bestimmte Reiseländer, Ausstellungen oder Aufenthalte in Tierpensionen. Ihr Tierarzt kann Ihnen genau sagen, wann eine Tollwutimpfung rechtlich erforderlich oder medizinisch sinnvoll ist.

Feline Leukämie (FeLV)

Die Feline Leukämie (FeLV) wird durch ein Retrovirus ausgelöst, das vor allem über Speichel, Blut und andere Körperflüssigkeiten übertragen wird. Direkte Kontakte beim Spielen, Putzen oder Kämpfen reichen häufig aus, um das Virus weiterzugeben. FeLV kann das Immunsystem massiv schwächen, zu Blutarmut, Tumoren und schweren Sekundärinfektionen führen. Nicht jede infizierte Katze erkrankt sofort, manche tragen das Virus lange in sich, ohne dass es auf den ersten Blick auffällt.

Die Impfung gegen FeLV wird vor allem für Freigänger und Katzen empfohlen, die engen Kontakt zu anderen Katzen haben – etwa in größeren Katzengruppen, Tierheimen oder Zuchten. Vor einer Impfung sollte der Tierarzt testen, ob die Katze bereits FeLV-positiv ist; bei bereits infizierten Tieren ist die Impfung nicht sinnvoll, da sie eine bestehende Infektion nicht rückgängig machen kann.

Weitere mögliche Impfungen

In bestimmten Situationen können zusätzliche Impfungen in Betracht gezogen werden, etwa gegen spezielle Erreger, die nur in bestimmten Regionen oder Haltungsformen eine Rolle spielen. Das kann zum Beispiel für Katzen gelten, die in größeren Gruppen gehalten werden, viel reisen oder regelmäßig Einrichtungen wie Tierpensionen besuchen. Hier lohnt sich ein ausführliches Gespräch mit dem behandelnden Tierarzt. Ein erfahrener Tierarzt wird dabei nicht nur die offiziellen Empfehlungen berücksichtigen, sondern auch Ihre persönlichen Erwartungen und die Lebensgeschichte Ihrer Katze einbeziehen.

Impfablauf: Vom Kitten zur erwachsenen Katze

Der Impfschutz einer Katze entsteht nicht mit einer einzigen Spritze, sondern wird über mehrere Etappen aufgebaut. Besonders wichtig ist die Phase der Grundimmunisierung im Kittenalter, denn hier wird das Fundament für viele Jahre gelegt. Anschließend sorgen regelmäßige Auffrischungen dafür, dass der Schutz erhalten bleibt und das Immunsystem „erinnern“ kann.

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Die ersten Lebenswochen – Schutz durch die Mutter

Neugeborene Katzenwelpen sind zunächst vollständig auf ihre Mutter angewiesen. Über die sogenannte Kolostralmilch (erste Muttermilch) nehmen sie Antikörper auf, die sie in den ersten Lebenswochen vor vielen Erregern schützen können. Dieser sogenannte „maternale Schutz“ ist jedoch zeitlich begrenzt und nimmt nach und nach ab. Spätestens dann muss das Immunsystem des Kittens selbst aktiv werden – und genau hier setzt die Grundimmunisierung durch Impfungen an.

Grundimmunisierung der Kitten

In der Regel beginnt die erste Impfung im Alter von etwa 8 Wochen, manchmal etwas früher oder später, je nach individueller Situation, Herkunft und Gesundheitszustand des Kittens. Die meisten Tierärzte verabreichen dann eine Kombination aus Impfstoffen gegen Katzenseuche und Katzenschnupfen. Nach einigen Wochen erfolgt eine oder mehrere Wiederholungsimpfungen, um den Schutz zu stabilisieren und sicherzustellen, dass das Immunsystem ausreichend „trainiert“ wird. Dieses mehrstufige Vorgehen ist nötig, weil der maternale Schutz zu Beginn noch stören kann und das Immunsystem des Kittens erst nach und nach voll einsatzbereit ist.

Parallel dazu kann der Tierarzt mit Ihnen besprechen, ob und ab wann eine FeLV- oder Tollwutimpfung sinnvoll ist. Dabei geht es nicht nur um das aktuelle Alter, sondern auch um die Zukunft: Wird die Katze später Freigang bekommen? Ist geplant, weitere Katzen aufzunehmen? Kommt Ihre Katze mit Tieren aus dem Tierschutz oder aus dem Ausland in Kontakt? Diese Informationen helfen, den Impfzeitplan individuell anzupassen.

Auffrischungen im Erwachsenenalter

Nach der Grundimmunisierung ist der Impfschutz aufgebaut, er hält aber nicht unbegrenzt. Um eine anhaltende Immunität zu gewährleisten, werden in regelmäßigen Abständen Auffrischungsimpfungen empfohlen. Die genauen Intervalle können je nach Impfstoff, Gesundheitszustand, Alter und Lebensweise der Katze variieren und werden von Ihrem Tierarzt festgelegt.

Viele Praxen kombinieren Impfauffrischungen mit der jährlichen allgemeinen Gesundheitsuntersuchung. Dabei werden Herz und Lunge abgehört, Zähne, Augen, Ohren und Haut kontrolliert und bei Bedarf weitere Untersuchungen empfohlen. Selbst wenn in einem Jahr keine Impfung ansteht, lohnt sich dieser „Check-up“, denn früh erkannte Probleme lassen sich meist schonender und erfolgreicher behandeln.

Impfungen bei älteren Katzen

Immer wieder hört man die Meinung, dass Senioren nicht mehr geimpft werden sollten. In der Realität ist die Situation deutlich differenzierter. Ältere Katzen haben manchmal Vorerkrankungen oder nehmen dauerhaft Medikamente ein, die bei der Impfentscheidung berücksichtigt werden müssen. Gleichzeitig sind sie aber oft anfälliger für Infektionen, weil das Immunsystem nicht mehr so leistungsfähig ist wie in jungen Jahren.

Ein guter Tierarzt wird daher bei jeder älteren Katze genau abwägen: Wie hoch ist das individuelle Infektionsrisiko? Wie stabil ist der Allgemeinzustand? Welche Erkrankungen liegen vor, und welche Medikamente werden gegeben? In manchen Fällen können Impfintervalle verlängert werden, in anderen ist ein konsequenter Impfschutz weiterhin wichtig. Entscheidend ist, dass solche Entscheidungen bewusst und individuell getroffen werden – nicht nach starren „Altersgrenzen“ oder pauschalen Regeln.

Wohnungskatze, Balkonprofi oder Freigänger – wie die Lebensweise die Impfentscheidung beeinflusst

Nicht jede Katze hat denselben Alltag. Manche Samtpfoten haben das gesamte Wohnviertel als Revier, andere genießen ihr Leben strikt drinnen, streifen nur gesichert über den Balkon oder besuchen gelegentlich eine Katzenpension. Wieder andere leben in größeren Katzengruppen, Pflegestellen oder Tierheimen. Für das Infektionsrisiko macht all das einen erheblichen Unterschied und sollte bei der Impfplanung unbedingt berücksichtigt werden.

Eine konsequente Impfung gegen Katzenseuche und Katzenschnupfen ist für fast alle Katzen sinnvoll, da diese Erreger weit verbreitet sind und auch indirekt ins Haus gelangen können. Darüber hinaus spielt die Lebensweise eine große Rolle: reine Wohnungskatzen ohne Kontakt zu anderen Katzen sind gegenüber FeLV oder Tollwut oft deutlich weniger gefährdet als Freigänger. Trotzdem können Situationen entstehen, in denen das Risiko steigt – etwa, wenn später doch Freigang ermöglicht wird, eine weitere Katze einzieht oder eine Urlaubsbetreuung mit anderen Katzen geplant ist.

Freigänger leben deutlich intensiver mit ihrer Umwelt: Sie begegnen Artgenossen, jagen Mäuse, bewegen sich durch Gärten, Höfe und Hinterhöfe. Hier sind zusätzliche Impfungen wie FeLV und gegebenenfalls Tollwut in der Regel sehr sinnvoll. Auch der Kontakt zu Tierheimen, Pflegestellen, Pensionen oder Ausstellungen erhöht das Risiko, sodass ein umfassenderer Impfschutz gerechtfertigt sein kann.

Ihr Tierarzt kann Ihnen helfen, die aktuelle Situation Ihrer Katze realistisch einzuschätzen. Häufig ist es sinnvoll, nicht nur das „Jetzt“, sondern auch mögliche zukünftige Veränderungen mitzudenken. So lassen sich Impflücken vermeiden, bevor sie entstehen, und der Schutz kann frühzeitig an neue Lebensumstände angepasst werden.

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Nebenwirkungen, Risiken und Nutzen – ehrlich sprechen, bewusst entscheiden

Wie jede medizinische Maßnahme sind auch Impfungen nicht völlig frei von Nebenwirkungen. Die meisten Katzen vertragen sie problemlos; manchmal kommt es zu vorübergehender Müdigkeit, leichtem Fieber oder einer kleinen Schwellung an der Injektionsstelle. In sehr seltenen Fällen können schwerere Reaktionen auftreten, etwa allergische Reaktionen, die rasch tierärztliche Behandlung erfordern.

Wichtig ist, dass Sie als Halter über diese Möglichkeiten informiert sind, ohne sich davon übermäßig verunsichern zu lassen. Ein offenes Gespräch mit dem Tierarzt ist hier Gold wert. Ein guter Tierarzt wird mit Ihnen gemeinsam abwägen: Wie groß ist das Risiko der jeweiligen Krankheit? Wie schwer kann sie im Ernstfall verlaufen? Wie hoch ist das Risiko einer Impfung – speziell bei Ihrer Katze mit ihrem individuellen Gesundheitsprofil?

Die Erfahrung zeigt: Für die meisten Katzen überwiegt der Nutzen einer durchdachten Impfung die möglichen Nebenwirkungen deutlich. Entscheidend ist jedoch, weder „blind“ alles zu impfen noch aus Sorge vor Risiken komplett auf Impfungen zu verzichten. Der gesunde Mittelweg liegt in einer individuellen Risiko-Nutzen-Abwägung, abgestimmt auf das einzelne Tier.

Tipp: Beobachten Sie Ihre Katze nach einer Impfung bewusst. Frisst sie normal? Wirkt sie sehr apathisch oder ungewöhnlich ruhig? Atmet sie auffällig? Wenn Ihnen etwas komisch vorkommt, rufen Sie Ihren Tierarzt an – lieber einmal zu früh nachfragen als zu spät handeln.

Ablauf eines Impftermins – was Sie und Ihre Katze erwartet

Viele Katzen sind keine Fans von Transportbox und Tierarztpraxis, und das ist völlig normal. Mit etwas Vorbereitung können Sie den Impftermin aber deutlich stressärmer gestalten. Schon zu Hause können Sie beginnen, die Box positiv zu belegen – etwa indem sie dauerhaft offen steht, mit einer vertrauten Decke und Leckerchen bestückt wird und gelegentlich als Rückzugsort dient. So ist sie am Impftag nicht nur „das komische Ding, in dem man immer zum Tierarzt fährt“.

In der Praxis beginnt der Termin meist mit einer gründlichen allgemeinen Untersuchung. Der Tierarzt hört Herz und Lunge ab, tastet Bauch und Lymphknoten, kontrolliert Augen, Ohren, Zähne und Haut und verschafft sich einen Gesamteindruck vom Gesundheitszustand Ihrer Katze. Erst wenn dieser Check zufriedenstellend ist, wird geimpft. Denn ein Impftermin ist kein guter Zeitpunkt für Tiere, die gerade ernsthaft krank sind oder deutliche Symptome zeigen.

Nach der Injektion bleibt die Katze in vielen Praxen noch einen Moment in der Nähe, damit eventuelle kurzfristige Reaktionen beobachtet werden können. Zu Hause sollten Sie Ihre Katze am Impftag nicht zu stark fordern, sondern ihr Ruhe gönnen und ihr Verhalten aufmerksam beobachten. Leichte Müdigkeit oder etwas weniger Appetit sind häufig harmlos und klingen innerhalb von ein bis zwei Tagen wieder ab. Halten die Symptome länger an oder wirken sie sehr ausgeprägt, ist ein kurzer Anruf in der Praxis immer sinnvoll.

Impfausweis, Dokumentation und Erinnerung – Ordnung hilft im Alltag

Alle durchgeführten Impfungen werden im Heimtierausweis Ihrer Katze dokumentiert. Dort sind Datum, verwendeter Impfstoff, Chargennummer und der Zeitpunkt der nächsten Fälligkeit eingetragen. Bewahren Sie diesen Ausweis gut auf – er ist wichtig für Reisen, Aufenthalte in Tierpensionen, Ausstellungen und nicht zuletzt für eine lückenlose Gesundheitsgeschichte Ihrer Katze.

Viele Tierarztpraxen bieten heute Erinnerungsservices an, etwa per Post, E-Mail oder SMS. So geraten Auffrischungstermine nicht in Vergessenheit. Zusätzlich können Sie selbst in Ihrem Kalender oder in einer App vermerken, wann welche Impfung erfolgt ist und wann die nächste ansteht. Das erleichtert die Planung, besonders wenn Sie mehrere Tiere haben.

Fazit: Gut informiert, bewusst geimpft – für ein langes Katzenleben

Impfungen sind kein Selbstzweck, sondern ein wichtiger Baustein der Gesundheitsvorsorge. Sie können schwere Krankheiten verhindern, Krankheitsverläufe abmildern und dazu beitragen, dass ganze Katzenpopulationen gesünder bleiben. Gleichzeitig ist es wichtig, Impfungen nicht gedankenlos als Routine abzuhaken, sondern jede Katze individuell zu betrachten und den Schutz regelmäßig zu überprüfen.

Fragen wie „Braucht meine Wohnungskatze wirklich eine Tollwutimpfung?“ oder „Ist eine FeLV-Impfung bei meiner Freigängerin sinnvoll?“ lassen sich nicht mit einem schnellen Ja oder Nein beantworten. Sie verdienen eine ehrliche, fundierte Einschätzung – und genau dafür ist Ihr Tierarzt der richtige Ansprechpartner.

Wenn Sie unsicher sind, wann die nächste Impfung ansteht oder ob ein bestimmter Impfstoff für Ihre Katze geeignet ist, zögern Sie nicht, das Gespräch zu suchen. Kein noch so ausführlicher Artikel kann den persönlichen Blick auf Ihr Tier ersetzen – aber er kann Ihnen helfen, die richtigen Fragen zu stellen und Entscheidungen besser zu verstehen. So wird aus einem scheinbar trockenen Thema ein echter Beitrag zu einem Ziel, das alle Katzenmenschen teilen: ein möglichst langes, glückliches und gesundes Leben für ihre Samtpfote.

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